prager fotoschule österreich

Im Jahr 2015 absolvierte ich die Abschlussprüfung der Prager Fotoschule Österreich (PFSÖ) mit ausgezeichnetem Erfolg. Hier finden Sie ein paar meiner Abschluss-Projektarbeiten.

Leistungsgesellschaft - "Schattenzeit"

Als selbständige Mediendesignerin und Fotografin liebe ich meine Arbeit, aber ich spüre auch den ständigen Druck, Arbeiten zu müssen. Das geistige Abschalten ist nicht mit dem Ausschalten des Computers oder der Kamera getan. So sind es meine eigenen Schatten, die mich bis in meine Freizeit – im Pool oder beim Loungen – verfolgen. Penetrant und aufdringlich. Die Freizeit verliert an Qualität und wird zur Schattenzeit.

 

Die konzeptionelle Arbeit und die fotografische Umsetzung dieses Projekts war für mich sehr therapeutisch und heilend. Der Leistungsdruck in meiner Freizeit verlor dadurch seine Intensität.

 

Die Arbeit "Schattenzeit" wurde von mir im Rahmen der Abschlussarbeit der Prager Fotoschule Österreich erarbeitet.

Illustration einer literarischen Vorlage - "Rosenrot" von Rammstein

Sah ein Mädchen ein Röslein stehen

Blühte dort in lichten Höhen

So sprach sie ihren Liebsten an

Ob er es ihr steigen kann

 

Sie will es und so ist es fein

So war es und so wird es immer sein

Sie will und so ist es Brauch

Was sie will bekommt sie auch

 

Tiefe Brunnen muß man graben

Wenn man klares Wasser will

Rosenrot oh Rosenrot

Tiefe Wasser sind nicht still

Der Jüngling steigt den Berg mit Qual

Die Aussicht ist ihm sehr egal

Hat das Röslein nur im Sinn

Bringt es seiner Liebsten hin

 

Sie will es und so ist es fein

So war es und so wird es immer sein

Sie will und so ist es Brauch

Was sie will bekommt sie auch

 

Tiefe Brunnen muß man graben

Wenn man klares Wasser will

Rosenrot oh Rosenrot

Tiefe Wasser sind nicht still

An seinen Stiefeln bricht ein Stein

Will nicht mehr am Felsen sein

Und ein Schrei tut jedem kund

Beide fallen in den Grund

 

Sie will es und so ist es fein

So war es und so wird es immer sein

Sie will und so ist es Brauch

Was sie will bekommt sie auch

 

Tiefe Brunnen muß man graben

Wenn man klares Wasser will

Rosenrot oh Rosenrot

Tiefe Wasser sind nicht still.

 

© Rammstein

Die Illustration einer literarischen Vorlage wurde von mir im Rahmen der Abschlussprüfung der Prager Fotoschule erarbeitet. Das Ziel dabei ist, einen Text fotografisch zu illustrieren, wobei man nicht einfach das zeigen soll, was im Text steht, sondern in eine andere Symbolik überträgt.

In meiner Trilogie beginnt die Geschichte mit dem Aufkeimen der ersten Liebe (eingravierte Herzchen und Namen der Liebsten), über die Eroberung bzw. das Erreichen des Ziels bis hin zum tiefen Fall. In meiner fotografischen Darstellung ist es der Verlust, das Ende der ersten Liebe. Bei Rammstein ist es der Tod.

"Möglichkeits-Raum"

Ein Mensch ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, an dem er sich entscheiden muss. Er ist bereit sich zu öffnen, sucht nach Möglichkeiten.

Eine mögliche Realität zeigt sich ihm. Verheißungsvoll leuchtet sie ihm entgegen.

Doch je klarer und detaillierter er das Ziel vor sich sieht, desto mehr verhüllt es sich ihm. Die Zukunft ist ungewiss.

Wer wird er sein? Wie wird er leben?

Zugleich gibt es die vielen andere Möglichkeiten, die unbeachtet im Verborgenen weilen und nie das Licht der Realität erblicken.

Hat er sich richtig entschieden?

 

 

Meine Intention:

Die beiden offenen Blüten im rechten Bereich stehen symbolisch für die vielen Möglichkeiten, die sich im Leben bieten und für die man sich entscheiden kann.

Die Dunkelheit des Hintergrunds unterstreicht einerseits den Fokus auf die Hauptelemente und beinhaltet andererseits auch die Gefahr, die Ungewissheit, die bei Entscheidungen vorhanden ist.

Die große Blüte ist angeschnitten und gibt dadurch nur einen Teil des erhofften Ziels preis.

Der dunkle Bereich am Stengel bei der sich öffnenden Knospe bedeutet, sie hat keinen festen Halt und ist in ihrer derzeitigen Situation nicht gefestigt. Zusätzlich ist sie an einer beengenden Position am linken Bildrand, die sie dazu drängt etwas zu ändern.

Ein sanfter Lichtschein von der großen Blüte ausgehend birgt jedoch Hoffnung und Zuversicht in sich.

 

Bildgestaltung:

Das Bild ist in Low-Key gehalten und beinhaltet drei Zentren, davon zwei Hauptelemente – die sich öffnende Knospe und die große, angeschnittene Blüte – sowie ein Nebenelement – die Blüte im Verborgenen.

Die beiden Hauptelemente liegen in der Schärfeebene und im vollen Licht und sind diagonal angeordnet, was die Spannung der Situation erhöht. Die Blüte rechts unten ist einerseits ein verbindendes Element, andererseits rückt es durch ihre Position, die Unschärfe und die Dunkelheit an den Rand des Geschehens.

 

Das Bild "Möglichkeits-Raum" wurde als Ausstellungsbild der Prager Fotoschule erarbeitet.

Susanne Weiss  |  Fotografin • Fotokünstlerin • Mediendesignerin
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